Canyamel

Der kleine Urlaubsort Canyamel liegt an der Ostküste Mallorcas und gehört der Gemeinde Capdepera an. In direkter Nachbarschaft befindet sich das bekanntere Cala Ratjada sowie die riesigen Tropfsteinhöhlen Coves d´Artá. 200 bis 300 Meter hohe bewaldete Hügel umgeben Canyamel auf beiden Seiten. Diese natürliche Begrenzung hält den Ort klein, es ist nicht viel Platz für Bebauung und Strand vorhanden. Durch die Ortschaft hindurch fließt der Torrente Canyamel. Der Wildbach trennt die touristisch geprägte südliche Hälfte von der Nordhälfte mit ihren Villen und dem großen Golfplatz.

Die Platja de Canyamel, der ortseigene Strand, ist feinsandig, erstreckt sich über eine Gesamtlänge von 300 Metern und ist besonders während der Sommermonate sehr gut besucht. Für Partytouristen ist der beschauliche Badeort nicht geeignet, da ihm entsprechende Einrichtungen fehlen. Familien mit Kindern wissen dagegen die relative Ruhe, die das küstennahe Canyamel auch während der Hauptsaison ausstrahlt, zu schätzen. Im Zentrum bietet eine Fußgängerzone mit zahlreichen Geschäften und Lokalen etwas Abwechslung.

Geschichte von Canyamel 

Die Region um die heutige Gemeinde Capdepera war schon in den Zeiten der Talaiot-Kultur, der mallorquinischen Entsprechung der Bronze- und Eisenzeit, besiedelt. Größere Ortschaften bildeten sich jedoch bis zur Eroberung der Baleareninsel von den muslimischen Herrschern durch Jaume I von Aragón nicht. Es war schließlich sein Sohn Jaume II, der 1300 den Ort Capdepera als strategischen Stützpunkt gründete. Im Jahre 1386 umschloss die noch heute vorhandene Schutzmauer das gesamte Siedlungsgebiet, um die Bewohner vor den Angriffen der Piraten zu schützen. Erst Jahrhunderte später besiedelten die Menschen auch die Flächen außerhalb des ummauerten Schutzgebiets.

Die Ortschaft Canyamel ging schließlich aus einem Gutshof hervor. Ihr Name deutet auf die ehemals große Bedeutung des Zuckerrohranbaus in der Region hin, übersetzt bedeutet er „Rohr aus Honig“. Dokumentarisch belegt ist die Erteilung der Konzession für den Zuckerrohranbau durch Johann II im Jahre 1428.

Top5 Reisetipps für Canyamel 

Der ehemalige Flucht- und Wehrturm Torre de Canyamel an der Ostküste Mallorcas stammt noch aus dem 13. Jahrhundert. Sein Name, der übersetzt „Zuckerrrohrturm“ bedeutet, weist auf die ihn umgebene Landschaft, das „Zuckerrohrtal“ Valle de Canyamel hin. Errichten ließ ihn die Familie Montsó, dessen Name er auch noch bis in die Mitte des 15. Jahrhunderts hinein trug. Der imposante Turm im gotischen Stil misst 23 Meter in der Höhe, die in drei Stockwerke unterteilt sind, und wurde aus Stein, Mörtel und Lehm gefertigt. Möglicherweise ist er auf älteren, maurischen Fundamenten errichtet. Er reiht sich ein in die zahlreichen Türme und Wehranlagen, die sich über die gesamte Küstenregion der Baleareninsel verteilen, und einst zur Verteidigung der Städte gegen die Angriffe von Piraten dienten. Im Turm befinden sich heute ein kleines Museum und ein Restaurant.

Als größte Tropfsteinhöhlen ganz Mallorcas dürfen sich die Coves d´Artá bezeichnen. Sie sind mitunter aufgrund der Nähe zu der Ortschaft unter dem Namen Coves de Canyamel ausgeschildert. Ihr Zugang befindet sich an der Südseite des Cap Vermell, einer Halbinsel östlich des Badeorts Canyamel, 50 Meter oberhalb der Küste. Von dort oben eröffnet sich ein malerisches Panorama über die Bucht von Cynamel. Die Treppe, die hinab zu den Höhlen führt, hat man anlässlich des Besuchs der Königin Isabelle II im Jahre 1860 gebaut. In früheren Zeiten waren die Eingänge nicht ganz so komfortabel zu erreichen, wurden aber seit jeher von den Menschen genutzt – ob als Wohnstätte oder später auch von Piraten als Zufluchtsort. Noch im Jahre 1229 suchten die letzten verbliebenen maurischen Soldaten in den Höhlen Schutz vor dem Heer Jaumes I. Im Eingangsbereich zeugt das geschwärzte Gestein bis heute von den Ausräucherungsversuchen. Dass das Höhlensystem auch in den späteren Jahrhunderten Menschen anzog, beweisen Inschriften aus dem 16. und 17. Jahrhundert an den Wänden.

Vintage 1934

Restaurants

Vintage 1934

Die Küche des Vintage 1934 wird hochgelobt. Besonders die Schätze aus der Mittelmeerküche kommen hier zum Tragen.

Vom ortseigenen Golfplatz führt ein Aufstieg in die Felshänge zur prähistorischen Talaiot-Siedlung Es Claper des Gegants. Die Siedlung ist auch unter dem Namen des Landguts S´Heretat bekannt und geht auf die Zeit um 1000 v. Chr. zurück. Damit wird sie der Talaiot-Kultur zum Ende der Bronze- und Beginn der Eisenzeit zugerechnet, diese prägte die balearische Insel von 1300 bis 123 v. Chr. Die Ausgrabungen der Siedlung erstrecken sich über eine Gesamtfläche von 4800 Quadratmetern und umfassen ganz verschiedene Strukturen von Trockenmauerwerkresten. Im Westen befinden sich die Bauten, die über die Jahrhunderte am wenigsten Schaden genommen haben, dazu zählt auch ein runder Talaiot.

Mit ihrem schon aus der Ferne sichtbaren Kalvarienberg und der Kirche Santuari de Sant Salvador ist das Städtchen Artá eine echte Schönheit. Über die Plaça de Espanya führt der Weg hinaus zu der burgartigen Anlage. Es lohnt sich, einen kleinen Abstecher in die imposante Wehrkirche Transfiguratió des Senyor zu machen, denn sie beherbergt eine Vielzahl schmucker Altare. Weiter führt der Weg hinauf zur alten Festungsanlage und der Wallfahrtskirche Sant Salvador. Von hier aus eröffnet sich ein Rundumblick über die umgebene Landschaft mit der Bucht von Canyamel im Osten. Der Kirchplatz lädt mit seiner hübschen Bepflanzung und dem malerischen, von alten Steinbänken umringten, Brunnen zum Verweilen ein. Vor dem Abstieg können sich die Besucher mit kleinen Mahlzeiten und Getränken von der Bar hinter dem Kirchengebäude stärken.

Ein ganz anderes Mallorca, fernab von jedem touristischen Trubel, präsentiert die Ermita de Betlém. Die friedvolle Einsiedelei befindet sich in den Bergen in direkter Nähe zur Festungsanlage von Artá. Ihre Kirche wurde im Jahr 1805 auf dem Gelände eines maurischen Gutshofs errichtet. Dort oben finden sich weder spektakuläre Sehenswürdigkeiten noch Cafés oder Restaurants. Dafür aber ein Ort der Stille, der einen ganz neuen Blick auf die herrliche Naturlandschaft Mallorcas eröffnet. Der Ausblick von der Ermita reicht über die Bucht von Alcúdia bis hin zu den Bergen von Formentor.

Sport und Freizeit in Canyamel 

Kurz vor dem nördlichen Ortseingang Canyamels befindet sich mit dem Canyamel Golf einer der schönsten Golfplätze Mallorcas. Das 1988 eröffnete Grün zwischen Palmen, Feigen- und Mandelbäumen wurde von dem Architekten José Gancedo so entworfen, dass es sich bestmöglich in seine natürliche Umgebung eingliedert. Dieses Vorhaben scheint hervorragend umgesetzt worden zu sein, denn der Golfplatz wird von den ortsansässigen Schildkröten sehr gerne als Lebensraumerweiterung genutzt. Von den Golfern, die auf den als schwierig eingestuften Fairways ihr Können unter Beweis stellen, lassen sich die gemütlichen Tiere nicht stören. An Loch 4 können die Spieler den freien Blick auf das Meer und die Nachbarinsel Menorca genießen. Für das leibliche Wohl sorgt der Sternekoch Rafael Falla mit internationaler Küche vom Feinsten.

Ganz entspannt und lässig lässt sich die landschaftlich reizvolle Ostküste Mallorcas mit einem Chopper aus Harry´s Chopper Laden erkunden. Der kleine Laden in Cala Ratjada verleiht gut gewartete Maschinen, bietet aber auch Ersatzteile für die eigene Maschine und einen Werkstattservice an.

Top-Restaurants in Canyamel 

Einfache, ehrliche Küche kommt im Bonanza auf den Tisch. Das Restaurant befindet sich etwas versteckt in Cynamel gelegen und bietet seinen Gästen eine große Außenterrasse mit Bar. Mit vielen Klassikern wie Pizza und Paste finden auf der umfangreichen Speisekarte auch Familien mit Kindern einen Leckerbissen.

Canyamel Golf

Golfplätze

Canyamel Golf

Berühmt-berüchtigt ist der Club für seine tückischen, pfeilschnellen Greens. Sie gelten unter den Hobbygolfern als die schwierigsten zu spielenden Greens auf der ganzen Insel, sie bieten praktisch keine ebene Fläche und lassen beim Putting gerne einmal den Ball über das Loch hinaus rollen.

Von der erhöhten, hübsch begrünten Terrasse des Restaurants La Cabana hat man das Geschehen im Ortszentrum Canyamels fest im Blick. Die gute Lage wird garniert von den leckeren Gerichten und einem ausgesprochen freundlichen Service.

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