Der Stierkampf – für viele ein Symbol Spaniens, 2013 erklärte die konservative spanische Zentralregierung die Fiesta sogar zu einem Kulturgut. Viele Stimmen allerdings halten auch gegen die lange Tradition und sehen darin nicht mehr als Tierquälerei und ein grausames Blutbad. Die Meinungen über den Stierkampf in Spanien gehen weit auseinander – wobei sich feststellen lässt, dass die Begeisterung dafür mehr und mehr abnimmt. Auch auf der Insel.
Die Stierkampfarena in Palma, das Coliseo Balear, wurde im Jahr 1929 mit der ersten „corrida de toros“ eingeweiht. Damals wurden die knapp 12.000 Sitzplätze noch gut gefüllt. In den anderen drei kleineren Arenen in Inca, Muro und Alcúdia sah es ähnlich aus. In den letzten Jahren erfasste man für vereinzelte Stierkampfveranstaltungen in Palma eine Gesamtzahl von nur noch knapp 1.000 Zuschauern – mit stark sinkender Tendenz. Das Interesse an dem blutigen Spektakel sinkt zunehmend – stattdessen erwächst die Empörung darüber. Das zeigen die knapp 130.000 Unterschriften, die von der Tierschutzorganisation „Mallorca ohne Blut“ (Mallorca sense sang) in den letzten Wochen und Monaten gesammelt wurden. Die Reaktion: Fast die Hälfte der insgesamt 53 Inselgemeinden erklärte sich daraufhin zur „stierkampffreien Zone“, darunter auch Palma.
Bisher sind die selbsterklärten stierkampffreien Zonen allerdings lediglich von symbolischem Charakter: Eine stierkampffreie Zone bedeutet, dass die Stierkampfveranstaltungen finanziell nicht unterstützt werden und auch nur solche Veranstalter eine Genehmigung dafür erhalten, die über eine permanent gültige Erlaubnis verfügen. Da Palmas Stierkampfarena über ein solches Dokument verfügt, konnte Anfang August dieses Jahres auch noch die letzte „corrida de toro“ im Coliseo Balear stattfinden. Die Zuständigkeiten für ein generelles Verbot liegen nach wie vor bei der Regionalregierung. Sie müsste eine Änderung im Tierschutzgesetz beschließen.
Schließlich stellt der Resolutionsentwurf der drei regierenden Linksparteien einen zuversichtlichen Hoffnungsschimmer dar. Sie fordern eine Änderung des Tierschutzgesetzes, um den Stierkampf auf den Balearen grundsätzlich als illegal zu erklären und haben diesen Entwurf am 6. Oktober vorgelegt. Nach den Kanaren und Katalonien wären die Balearen dann die dritte Region Spaniens, die den Stierkampf verbietet. Viele sehen den Erfolg der Initiative optimistisch – im Laufe der nächsten Wochen soll darüber im Regionalparlament abgestimmt werden.
Eines ist jedoch sicher: Sollte es tatsächlich zu einem Verbot des traditionsreichen Stier-Spektakels kommen, hier eine gute Nachricht: Mallorca bietet noch unzählige weitere Jahrhunderte alte Traditionen und einzigartige Erlebnisse, die es nach wie vor zu entdecken gilt!
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